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Angleichung an die männliche Brust - Mastektomie

Für viele FzM/FtM-transidente Menschen ist die Mastektomie, aufgrund der hohen psychischen Belastung und dem damit verbundenen Leidensdruck, die wohl am wichtigste operative Angleichung.

Wir möchten euch hier einen kleinen Ein- / Überblick geben über folgende Themen:

Alle Informationen inkl. Zeichnungen findet ihr auch in unserem Infoheft "Mastektomie" das kostenlos auf unserer Homepage zum Download zur Verfügung steht.

Möglicher Ablauf der Operation

Da für so manchen FzM-transidenten die Mastektomie die erste Operation in seinem Leben ist, möchten wir hier einmal kurz darstellen wie so eine Operation ablaufen kann.
Wir unterscheiden zwischen einer ambulanten und einer stationären Operation.

Die weibliche Brust

Um zu verstehen, was genau bei einer Mastektomie gemacht wird, sollte man wissen, wie die weibliche Brust
aufgebaut ist.

Techniken

 Welche Technik die Richtige für einen ist, kann pauschal nicht gesagt werden. Bei der Wahl des richtigen Operateurs ist es wichtig, dass man sich ausführlich über die angewandten Operationsmethoden informiert.
Nicht jeder Operateur bietet jede Technik an.
Das Ziel bei jeder Technik sollte sein, eine fast normale, männlich aussehende Brust zu erreichen. Am besten mit sensibler und anatomisch korrekter Brustwarze und unauffälligen Narben.
Jedoch sollte man immer realistisch bleiben! Es gibt nicht die perfekte männliche Brust.
Auch nicht bei CIS-/Biomännern!
Entscheidend ist, dass die für die persönlichen Voraussetzungen richtige Technik verwendet wird.
Vertraut eurem Operateur, denn er will nur das Beste für euch.
Wir möchten auf den folgenden Seiten einen kleinen Überblick der uns bekannten Schnitt-Techniken, die geeignet sind für die Geschlechtsangleichung bei Transmännern zu geben.

Hier ein paar geeignete Operationstechniken:

Risiken und Komplikationen

Wie bei allen Operationen gibt es auch bei der Mastektomie Risiken und es können Komplikationen auftreten.
Hier ein paar Beispiele:

  • Wundschmerzen
  • Schwellungen
  • Wundheilungsstörungen
  • Wundinfektionen
  • Narbenbruch (Narbenhernie)
  • Auseinanderweichen benachbarter Wundränder (Wunddeshiszenz)
  • Ansammlung von Wundflüssigkeit (Serom)
  • Bluterguss (Hämatom)
  • Durchblutungsstörungen in der Brustwarze und in der betroffenen Hautregion
  • Gefühlsverlust
    • in der Brustwarze
    • im gesamten Gebiet um die Brustwarzen
  • Taubheitsgefühl im gesamten Brustbereich
  • Verlust bzw. Absterben der Brustwarze
  • Verstärke Narbenbildungen nach der OP wie z.B. Keloidbildung
  • Unbefriedigendes ästhetisches Ergebnis
  • Cave: unerwünschte Verformung (Entsteht dann, wenn die Schrumpfungstendenz der Haut nicht beachtet und somit zu viel Haut entfernt wurde)

Die meisten Komplikationen können durch schnelles Eingreifen des Operateurs behoben werden. In manchen Fällen sind eine oder mehrere Korrekturoperationen notwendig.
Sollten Komplikationen auftreten, ist es wichtig Ruhe zu bewahren und mit dem Operateur zu reden. In den meisten Fällen basieren Komplikationen auf Reaktionen des Körpers des Patienten. Daher vertraut dem Operateur, er wird gemeinsam mit dem Patienten die richtige Lösung finden und ein für alle zufriedenstellendes Ergebnis im Rahmen der Möglichkeiten erarbeiten. Allerdings sind keine Wunder möglich.

Tipps für die Zeit nach der Operation bzw. dem Krankenhausaufenthalt

Nach der Operation und dem Krankenhausaufenthalt sollte man sich noch einige Zeit schonen.

Die meisten Operateure verschreiben einem für ca. 6 – 8 Wochen einen medizinischen Bolero oder eine Bandage (Rippenband) um die Kompression und somit die Heilung zu unterstützen. In manchen Fällen kann die Zeit auch etwas länger betragen. Das Tragen der Kompressionsweste ist nicht immer angenehm aber notwendig. Trägt man die Kompressionsweste nicht oder nicht lange genug, kann sich dies negativ auf die Wundheilung und das spätere Ergebnis auswirken. Daher sollte man auf jeden Fall den Anweisungen des Arztes Folge leisten.

Auf schweres Heben und Sport, der die Brustmuskeln beansprucht sollte man auch die ersten Wochen/Monate verzichten. Man riskiert nur, dass die Narben aufreißen und sich verbreitern, was wiederum zu einem unschönem Ergebnis führen kann. Wer auf Sport nicht verzichten möchte, sollte hier Rücksprache mit dem Arzt halten.
Sobald die Narben vollständig verheilt sind, empfiehlt es sich die Narben mit speziellen Narbensalben einzucremen und vorsichtig zu massieren. Dadurch kann man verhindern, dass die Narben aushärten und/oder dick werden.

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