Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen

Operative Entfernung der inneren weibl. Geschlechtsorgane (Hysterektomie & Co.)

Die Entfernung der inneren, weiblichen Geschlechtsorgane ist für viele Transmänner ebenso ein wichtiger Bestandteil der operativen Geschlechtsangleichung an das männliche Geschlecht wie die Mastektomie und evtl. auch der Penoidaufbau.
In §8 (Personenstandsänderung) des TSG ist geregelt, dass der Personenstand nur geändert werden kann, wenn folgende 3 Punkte erfolgt sind:

  • Die Voraussetzungen des §1 (Vornamensänderung) Abs. 1 bis 3 des TSG müssen erfüllt sein. D.h. es muss die Diagnose F64.0 vorliegen und die Vornamens-änderung muss gerichtlich beschlossen sein.
  • Die medizinische/operative Angleichung der äußeren Geschlechtsmerkmale muss stattgefunden haben.
  • Die dauerhafte Fortpflanzungsunfähigkeit muss gegeben sein. Diese wird bei Transmännern z.B. durch die Entfernung der Gebärmutter und/oder die Entfernung der Eierstöcke und des Eileiters erreicht.

Achtung:
Seit der Aussetzung von §8 des TSG am 11. Januar 2011 entfällt der Operationszwang komplett. 
Dies gilt solange, bis es eine gesetzliche Neuregelung gibt.
Somit ist es heutzutage möglich, dass ein Transmann, sofern er den Wunsch hat und keine gesundheitlichen Risiken bestehen, seine weiblichen Organe behalten aber trotzdem den Personenstand ändern lassen kann - muss dies aber nicht. Dies ist für viele Bi-Gender*Menschen ein sehr wichtiger Aspekt.

Bi-Gender-Menschen = Menschen die sich in ihrer sozialen Geschlechtsidentität und deren Ausdruck zwischen dem weiblichen und männlichen Geschlecht bewegen bzw. beide Geschlechter in sich vereinen.

Bei manchen Transmännern führt die Entfernung der inneren weiblichen Geschlechtsorgane zu einer deutlichen Erhöhung des männlichen Selbstwertgefühles und des Selbstbewusstseins.

Nachdem die gesetzliche Notwendigkeit (der Operationszwang) für Trans*Menschen aktuell entfällt, kann der Eingriff jederzeit, auch lange nach dem "sogenannten Trans*weg" erfolgen.

Wichtig ist jedoch, dass eine entsprechende Indikation bzw. Notwendigkeit für diese Operation vorliegt. Eine entsprechende Hormontherapie sollte eingeleitet und die Kostenübernahme durch die Krankenkasse sollte im Vorfeld geklärt sein. Kein Arzt entfernt gesunde Organe aus einem Körper ohne eine vorliegende, abgeklärte Indikation. Nur der Wunsch des Patienten ist dafür nicht ausreichend.

Folgende Punkte sollten allerdings immer beachtet werden:

  • Jeder operative Eingriff kann zu Komplikationen führen.
  • Durch die hochdosierte Medikation von Testosteron kann es zu Gewebeveränderungen bzw. zu Erkrankungen bei Gebärmutter, Eileitern und Eierstöcken kommen.
  • Das Krebsrisiko bei Nichtentfernung der Organe kann steigen
  • Sollten die inneren weiblichen Organe nicht entfernt werden, kann man immer noch schwanger werden.
  • Nach der Entfernung der inneren weiblichen Geschlechtsorgane können keine Kinder mehr geboren werden.
  • Ein Rekonstruieren von Gebärmutter, Eileiter und Eierstöcken ist nicht möglich.

Entscheidet man sich für diese Operation, so muss in der Regel eine Voruntersuchung beim Frauenarzt (Gynäkologen) stattfinden.
Eine aktuell bestehende Schwangerschaft darf nicht durch eine Hysterektomie abgebrochen werden.

Begriffserklärung

In Trans*kreisen wird oft nur von "Hysto" gesprochen, doch meistens ist damit mehr gemeint. Was sich hinter den einzelnen Begriffen versteckt, wollen wir hier nun erklären.

Operationsmethoden

Für die Entfernung der weiblichen Geschlechtsorgane, insbesondere bei Entfernung der Gebärmutter, also der Hysterektomie, stehen mehrere, unterschiedliche Verfahren zur Auswahl.

Welche Operationsmethode angewendet wird, hängt u.a. von folgenden Faktoren ab:

  • Größe der Organe
  • Gesundheitszustands des Patienten
  • Ausstattung der Klinik
  • Erfahrung und Kompetenz des Chirurgen.

Ziel bei jeder Operation sollte sein:

  • schonend für den Patienten
  • geringe Narbenbildung
  • geringes Risiko z.B. Blutverlust, Infektionsgefahr
  • u.v.m.

 

 

 

 

 

 

Drucken